Ottomane von Otto – der neue Corporate Blog des Versandriesens

Roombeez3Mit Roombeez erweist sich der Versender Otto einmal mehr als einer der fleißigsten Blogger unter den deutschen Unternehmen. Als Blaupause für den Corporate Blog rund ums Wohnen und Einrichten dient der Modeblog Two for Fashion

Edel. Das ist der erste Eindruck, den Roombeez vermittelt (). Viele Bilder vom schwelgerischen Wohnen zwischen edlen Hölzern, kostbaren Materialien, teuren Nippes und moderner Kunst. Dazu internationales Flair; Reiseberichte durch Wohnlandschaften in Australien, den USA und Europa. Viele dezente, nie voyeuristische Blicke in Wohnzimmer, Küche und sogar Schlaf- und Badezimmer von Künstlern, Theaterregisseuren, Designern und Wohnbloggern, deren ästhetische Gestaltungskräfte offenbar nicht mal vor dem Gästeklo haltmachen. Immer nur einen Klick entfernt die Waren- und Servicewelt des Versandhändlers Otto, wo sich Normalos, inspiriert von der großen weiten Welt der Schönen und des schöner Wohnens, für kleine Scheine die eigenen Wohnträume ausstaffieren können. Wobei es Roombeez, auf den ersten Blick nur mit einem kleinen „powered by Otto“ als Corporate Blog ausgewiesen, klugerweise mit der Verkaufe nicht übertreibt. Roombeez sei ein Blog, keine Verkaufsplattform, versichert René Murowski. Der Kommunikationswirt ist bei der Einzelgesellschaft Otto u.a. für digitale Projekte zuständig.

Auftritt: Bildersatter Lifestyle-Blog

René Murowski zeigt, wie Corporate Blogging geht - nämlich als Lifestyle-Plattformen mit angeschlossenem E-Commerce.. Foto: Unternehmen

René Murowski zeigt, wie Corporate Blogging geht. Fotos: Unternehmen

Keine Frage, der Mitte März gelaunchte Blog taugt in Sachen Auftritt, Konzept und Geschäftsmodell als Referenzbeispiel dafür, was ein Corporate Blog sein und leisten kann. Roombeez kommt als Bildersatter Lifestyle-Blog daher, der dank Responsive Design auch auf Smartphone, Tablet und anderen Geräten gut rüberkommt. Mögen Rubrikeneinteilung und Navigation noch Work in Progress benötigen, macht es dennoch Spaß, sich durch Roombeez zu klicken. Die Texte sind wohltuend knapp und im Plauderton gehalten, schwappen aber manchmal ins Prätentiöse, Gespreizte über, wozu die Welt der schönen Dinge anscheinend gern verführt. Die Ausgestaltung der Site stammt von dem Corporate Publisher Companions, die Programmierarbeit leistete das Design-Studio Floot, beide Hamburg.

Konzept: Veränderter Fokus auf Otto

Otto steht, dank der Langzeitwirkung des legendären Katalogs, vor allem für Bekleidung, weniger fürs Wohnen. Roombeez ist eines der Instrumente, die das ändern sollen. „Wir wollen mit dem Blick von außen die User auf die wichtigsten Trends im Otto-Wohnen- und Einrichtungsbereich aufmerksam machen“, erläutert Murowski. Beim Aufbau der Reputation fokussiert sich Otto zunächst auf die schon existierende Wohn-Community und bindet dabei Blogger wie Katalysatoren ein. Unter den sechs Roombeez-Schreibern sind in der Szene bekannte Blogger wie Jasmin, Igor und Bianca. Nicht zuletzt über deren Netzwerke in Bloggospähre und Social Media soll Roombeez bekannt und das Otto-Wohnangebot auch bei Fans von Seidetapete und Terracottafliese satisfaktionsfähig werden.

Berichte über Wohntrends von namhaften Bloggern gehören zum Konzept. Hier berichtet Igor aus San Francisco.

Berichte über Wohntrends von namhaften Bloggern gehören zum Konzept. Hier berichtet Igor aus San Francisco.

Laut Murowski produzieren die Blogger rund 50 Prozent der Inhalte für Roombeez exklusiv, die übrigen Beiträge finden sich sowohl auf dem Corporate als auch auf dem jeweiligen Privatblog. Honoriert wird die Bloggerei mit einer Pauschale – eines der seltenen Beispiele dafür, dass Bloggen nicht nur aufs Image als Bescheidwisser, sondern auch in die Haushaltskasse einzahlen kann.

Geschäftsmodell: Umsatz nicht entscheidend

Roombeez soll natürlich Umsatz bringen, jeder Klick in den Bestell- und Servicebereich von Otto.de ist hochwillkommen. Aber: „Die Umsatzzahlen sind final nicht allein entscheidend“, so Digital-Manager Murowski. Die wahren KPI’s, wie im Marketing-Sprech Leistungskennzahlen heißen, liegen in der Kommunikation. Roombeez soll geliked werden, Unique User und Visitors einsammeln und über alle nur möglichen Social-Media-Plattformen weiterempfohlen werden. Kurzum: Der Blog soll Otto zum Image der Einrichter-Instanz verhelfen, erst in der Szene der Wohninteressierten, dann bei der Masse der Schrankwandbesitzer.

Wem der Ansatz des neuen Corporate Blogs bekannt vorkommt, der kennt sicher den Modeblog Two for Fasion, ebenfalls powered by Otto. Dort funktioniert die Mischung aus Lifestyle, szenebekannten Bloggern, PR und Verkaufe bereits im sechsten Jahr. „Alle Erfahrungen aus Two for Fashion haben wir bei Roombeez eingesetzt“, erklärt René Murowski. Gut Blog will trotzdem Weile haben, insgesamt schraubten die Ottonen anderthalb Jahre an dem Projekt zum Gucken, Sharen, Liken – und Kaufen.

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