Große brandiz-Umfrage: Wie messen Sie den Erfolg Ihres Blogs?

Bei Corporate Blogs ist es auch nicht anders als bei anderen Kommunikationsmaßnahmen: Man möchte gerne wissen, ob der Blog erfolgreich ist. Schließlich hat das Unternehmen Zeit und Geld investiert, weshalb sich alles möglichst auch rechnen sollte. Die Frage ist nur, wie man diesen Erfolg definiert und wie man ihn misst. Brandiz wollte von bloggenden Unternehmen wissen, welche Maßstäbe sie anlegen.

1. Wie messen Sie den Erfolg Ihres Corporate Blogs?
2. Welche Parameter sind entscheidend?
3. Welcher Blogbeitrag auf Ihrer Seite war bislang am erfolgreichsten?

Mario Köpers, Leiter Unternehmenskommunikation TUI Deutschland:
„Der Blick hinter die Kulissen ist am interessantesten“

1. Der Erfolg des TUI Corporate Blogs wird mit unterschiedlichen Tools gemessen, die uns sowohl Informationen über die Quantität als auch die Qualität des Verbreitungsgrades der Artikel liefern. So sind sowohl Abrufzahlen wichtig als auch die Trafficverläufe: Wir wollen wissen, woher die User kommen und wohin sie gehen. Aber auch, ob wir die richtigen Verbreitungswege bedienen, um die gewünschten Zielgruppen zu erreichen. Und schließlich schauen wir uns an, wie die Reaktionen ausgefallen sind: eher positiv oder eben negativ.

Mario Köpers, TUI Deutschland. Foto: Unternehmen

Mario Köpers, TUI Deutschland. Fotos: Unternehmen

2. Es ist eine Art „Kausalkette“, die ineinander greift: Es beginnt mit den Page Impressions und Unique Visitors. Im Anschluss werden Aufenthaltsdauer und Interaktionen auf dem Blog gemessen und bewertet sowie die weitere Verbreitung über soziale Kanäle. In Summe geben uns unsere Monitoring-Tools Aufschluss über den Verlauf und die Reichweite der Online-Verbreitung inklusive der Bewertung, ob diese positiv oder negativ für die Marke und das Unternehmen ist (Sentimentanalyse).

3. Alle Kriterien zusammengefasst, ist unser erfolgreichster Artikel nach wie vor: „Salami oder Käse?“ – wie ich vom CEO der TUI Deutschland zum Praktikanten an Bord von TUIfly wurde“. Es ist also erkennbar, dass neben inspirativen Reisegeschichten für die User vor allem der „Blick hinter die Kulissen“ und ein „persönliches Bild“ des Unternehmens am interessantesten ist.

Sandra Coy, Chief Editor Tchibo: „Zahl der Kommentare ist nicht entscheidend“

Sandra Coy, Tchibo. Foto: Unternehmen

Sandra Coy, Tchibo.

1. + 2. Wir ermitteln monatlich die Klickzahlen (Unique User) mit Webtrends. Darüber hinaus gucken wir, wie oft unsere Themen via Twitter und andere Blogs verlinkt werden. Natürlich freuen wir uns auch über Kommentare, doch deren Zahl ist nicht entscheidend, da die Kommunikation in der Regel über Facebook läuft.

3. Interessanterweise ein Beitrag über das richtige Binden der Dirndlschleife. An Platz 2 ein Servicebeitrag zur Reinigung der Tchibo Cafissimo Kapselmaschine. Auch Testaufrufe und Blogparaden sowie die Interviewreihe „Auf einen Kaffee mit…“ laufen sehr gut.

Dietmar Thate, Manager Social Media Adam Opel AG:
Die Interaktion führt zu einem lebendigen Blog“

Dietmar Thate, Opel. Foto: Unternehmen

Dietmar Thate, Opel.

1. Wir nutzen hauptsächlich Google Analytics, greifen aber auch auf die Daten von YouTube und Flickr zurück, um diese dann nach einem eigenen Bewertungsschlüssel auszuwerten.

2. Wir schauen natürlich auf die Zahl der Visits und Visitors, das ist die Basis. Aber die Interaktion ist letztendlich entscheidend für einen lebendigen Blog.

3. Danach lag bisher ein Post an der Spitze, der sich mit Erlkönigjägern befasst. Der Beitrag zum Opel Monza Concept ist allerdings gerade auf dem besten Weg, ihm diesen Rang abzulaufen.

 

Jochen Mai, Social Media Manager Yellow Strom: „Traffic und Tonalität“

Jochen Mai, Yello Strom. Foto: Unternehmen

Jochen Mai, Yello Strom.

1. Traffic, Vernetzung, Interaktion, Tonalität der Kommentare – auch in den Social Networks wie Facebook oder Twitter.

2. Interaktion, Visits, soziale Vernetzung: Für uns sind alle Parameter entscheidend.

3. Ein Beitrag über die besten Kühltipps.

 

Ulrike Pauloweit, Social Media Manager Kieser Training:
„Likes über das Facebook-PlugIn im Blog“

1. Derzeit messen wir die Visits des Blogs über Google-Analytics.

2. Zum Start des Blogs wollten wir zunächst wissen, wie der Blog von unseren Kunden und Interessenten überhaupt angenommen wird, welche Themen für die Menschen rund um Kieser Training und die Person Werner Kieser interessant sind. Da unsere Kunden im Schnitt um die 50 Jahre alt sind, war für uns interessant zu sehen, ob sie sich an einem Blog von Werner Kieser beteiligen und hier ihre Fragen stellen oder das Blog-Gespräch mit Werner Kieser suchen, bzw. wer den Austausch mit Werner Kieser sucht. Seit November 2012 sind wir auch bei Facebook aktiv und daher wird die soziale Vernetzung des Blogs mit anderen Plattformen zunehmend wichtiger.

3. Gemessen an dem Erfolgskriterium „Visits“ war der Beitrag am 10.5.2013 zum Thema „Functional Training“ von Werner Kieser am erfolgreichsten. Deutlich wird hier, dass an dem Tag, an dem wir den Blogbeitrag bei Facebook gepostet haben, die Zugriffe im Blog deutlich angestiegen sind. Die zunehmend erfolgreiche Verknüpfung zu Facebook zeigt sich nicht nur in den Visits im Blog über Google Analytics, sondern auch in der steigenden Anzahl an „Likes“ über das Facebook-Plugin im Blog selbst (zum Vergleich Juli 2012 = 10 Likes eines Beitrages, Juli 2013 = 154 Likes).

Martina Faßbender, Unternehmenskommunikation Gothaer Finanzholding AG: „Entscheidend ist die Vernetzung“

Martina Faßbender, Gothaer. Foto: Unternehmen

Martina Faßbender, Gothaer.

1. Den Erfolg des Gothaer Blogs messen wir an der Wahrnehmung, die sich aus mehreren Komponenten zusammensetzt. Wir beobachten, wie oft der Blog aufgerufen wird und wie hoch die Interaktion ist. Da der Blog allerdings noch nicht lange online ist, liegt hier derzeit nicht die oberste Priorität.

2. Entscheidend ist die Vernetzung der Blogthemen mit den anderen Social Media Aktivitäten des Unternehmens. Natürlich zählen auch Reichweite und Interaktion sowie die Vernetzung mit anderen Blogs.

3. Am erfolgreichsten waren die Blogbeiträge „Aus dem Büro ins Wohnzimmer – Vom Schadensregulierer zum RTL-Versicherungsdetektiv“ und „Sterben in Deutschland – Todgeweiht und abgeschoben?“ 

Moritz Kühnel, Social Media Manager Bluhm Systeme:
„Quantitative und qualitative Bemessungsgrundlage“

1. Es gibt zwei Bemessungsgrundlagen für unseren Blog: eine quantitative und eine qualitative. Quantitativen Erfolg, zum Beispiel die Gesamtzahl der monatlichen Besucher, messen wir mit Analyse-Tools (z.B. Google-Analytics). Qualitativer Erfolg lässt sich an der Reaktion bzw. Interaktion der Besucher unseres Blogs festmachen.

Moritz Kühnel,  Bluhm Systeme. Foto: Unternehmen

Moritz Kühnel, Bluhm Systeme.

2. Entscheidend ist das Zusammenspiel der verschiedenen Parameter: Besucherzahl, Dauer eines Besuchs, wo kommen die Besucher her usw. Welcher Parameter für die Erfolgsmessung zu Grunde gelegt wird, ist auch von Artikel zu Artikel unterschiedlich. Einige Artikel nutzen wir, um die interne Verlinkung wichtiger Produktseiten zu stärken. Bei diesen Artikeln wird der Erfolg daran gemessen, wie sehr die verlinkte Produktseite im Google-Ranking steigt. Bei anderen Artikeln wiederum möchten wir einfach interessante Informationen bereitstellen und dem Leser einen Mehrwert bieten. Hier sind dann Zahlen wie die Anzahl der Zugriffe von Suchmaschinen und die Besuchsdauer interessant.

3. Da die Erfolgskriterien verschieden sind, möchte ich zwei Beispiele nennen: Mit einer Artikelreihe, bestehend aus 17 Einzelartikeln, waren wir sehr erfolgreich. Mit einer intelligenten, internen Verlinkung haben wir es mit dem Suchbegriff „Etiketten“ auf die erste Seite bei Google geschafft. Natürlich spielen da noch andere Faktoren eine Rolle. Die interne Verlinkung aus den Blogartikeln hat aber letztendlich die Top-Platzierung eingebracht. Sehr gut besucht ist auch der Artikel über das Wiederfinden verlorener Gegenstände. Ein Großteil der Besucher kommt über Google mit Suchphrasen wie „chip zum orten von gegenständen“, „rfid suchgerät“ oder „verlorene gegenstände wiederfinden“. Die durchschnittliche Besuchsdauer bei diesem Artikel beträgt dreieinhalb Minuten.

 

Ein Gedanke zu „Große brandiz-Umfrage: Wie messen Sie den Erfolg Ihres Blogs?

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